TikTok und B2B: Wie (un)sinnig ist der Einsatz für Unternehmen?

Stephanie Kowalski

Von Stephanie Kowalski
Content Managerin

TikTok hat vor kurzem die Milliarden-Marke bei den Nutzerzahlen überschritten. Die Short-Video-Sharing-App wird aufgrund ihrer exorbitanten Reichweite immer interessanter für Firmen jeglicher Art. Viele bekannte B2C-Unternehmen wie Adidas, Huawei oder 20th Century Fox experimentieren bereits mit einer Vielzahl an TikTok-Formaten – Sollten auch B2B-Unternehmen den Schritt wagen und auf den TikTok-Zug aufspringen?

Mit einem Blick auf die Nutzerzahlen und die hohen Reichweiten, die Brands bei TikTok erreichen können, lautet die vermeintliche Antwort wohl ja. Wer sich daraufhin aber näher mit der App beschäftigt, wird schnell feststellen, dass TikTok anders tickt als die üblichen Social Media Plattformen und die Antwort vielleicht doch etwas komplexer ist als anfangs gedacht.

Was unterscheidet TikTok von Facebook, Instagram und Co.?

Im Gegensatz zu Facebook und Instagram dreht sich auf TikTok alles ausschließlich um authentisches Bewegtbild. Im Fokus steht dabei besonders der personalisierte "Für Dich"-Feed, der sich an den persönlichen Vorlieben des jeweiligen Nutzers orientiert und durch einen sehr fein abgestimmten Algorithmus entsprechende, zum/zur Nutzer:in passende Videoinhalte ausspielt, um diese(n) möglichst lange auf der Plattform zu halten.

Während auf Facebook und Instagram neben Interaktion bislang besonders die Followerzahl als wichtige KPI dient, ist diese bei TikTok eher zweitrangig – ein Video kann, dank des Algorithmus, auch ohne eine bestimmte Anzahl an Followern viral gehen und millionenfach geklickt werden – wichtigster Indikator ist dabei die sogenannte Watchtime, die angibt, wie lange das Video insgesamt angesehen wurde.

Wer nutzt die Video-Sharing-App?

Weltweit zählt TikTok über 1,29 Milliarden monatliche aktive Nutzer aus 141 Ländern. Die Attraktivität von TikTok für Unternehmen liegt damit eindeutig in der Nutzeraktivität, die sich über die Jahre mehr als verdoppelt hat. Deutschlandweit beträgt die Zahl der Nutzer zwar nur 10,7 Millionen, TikTok legte aber auch hier ein rasantes und nicht zu unterschätzendes Wachstum hin.

Welche Altersgruppen Ihnen auf TikTok begegnen können, ist schwer einzuschätzen. Detaillierte Daten und Informationen behält ByteDance, das Unternehmen hinter TikTok, für sich. Im Oktober 2019 veröffentlichte das Magazin AdAge allerdings ein Dokument, das ein paar Zeilen ins Innere lieferte: Der Großteil der Nutzer – etwa 69 Prozent – sei demnach zwischen 16 und 24 und 31 Prozent der restlichen TikTok-Nutzer 25 oder älter.

Ist der TikTok-Erfolg abhängig von der Zielgruppe?

Um auf TikTok erfolgreich zu sein, müssen Sie zwei Dinge berücksichtigen: die Zielgruppe und die passenden Content-Formate. Es ist für Sie also unabdinglich, sich mit Ihrer Zielgruppe zu beschäftigen und herauszufinden, welche Interessen und Bedürfnisse diese auf TikTok adressiert.

Da die Video-Sharing-Plattform, im Vergleich zu anderen Plattformen, erheblich schnelllebiger ist, ist es diesbezüglich von besonderer Bedeutung, dass Sie stets über die neuesten Trends und Hashtags in Ihrer Branche informiert bleiben, um möglichst schnell reagieren, aber auch interagieren zu können.

Kleiner Tipp: Wenn Sie das Interesse Ihrer Zielgruppe wecken wollen, ist besonders der Anfang des Videos entscheidend: Versuchen Sie in den ersten drei Sekunden möglichst positiv aufzufallen – ansonsten scrollt der Nutzer einfach weiter.

Welche Chancen bietet TikTok für B2B-Marketing?

Menschen suchen im Social Web vor allem nach unterhaltenden und informativen Inhalten – das ist auf TikTok nicht anders. Welche Chancen bietet TikTok also für Ihr B2B-Marketing?

  • Erreichen Sie Ihre Zielgruppe und treten Sie mit dieser in Kontakt.
    TikTok eignet sich nicht dafür, Produkte und Dienstleistungen plump zu bewerben – gesichtslose Marken werden hier keinen Erfolg haben. Zeigen Sie die menschlichen Seiten Ihres Unternehmens und lassen Sie Ihre Mitarbeitenden oder Corporate Influencer für sich sprechen.

  • Erreichen Sie junge Menschen.
    Der Anteil junger Menschen auf TikTok ist sehr groß. Wenn Sie Ihre Marketingaktivitäten erweitern und den TikTok-Nutzern nützliche oder unterhaltende Inhalte bieten, können Sie auch die Generation Z erreichen.

  • Verwerten Sie vorhandene Inhalte.
    Hashtag Challenges fordern die Nutzer dazu auf, mit bereits vorhandenen Inhalten zu spielen. Als B2B-Marke können Sie passende Trends aufgreifen und auf diese Weise als Unternehmen aktiv sein.

  • Nutzen Sie TikTok als Wettbewerbsvorteil.
    Viele B2B-Unternehmen sind noch zögerlich, was die Nutzung von TikTok angeht. Zwar gibt es bereits einige First Mover, doch lohnt es sich aktuell immer noch sehr, mit der Video-Sharing-App zu experimentieren und Erfahrungen zu sammeln, um mit der Zielgruppe dort zu interagieren.

  • Setzen Sie TikTok für ihr employer branding ein.
    Wie Sie jetzt wissen, können Sie sich auf dieser Plattform als Marke und Unternehmen authentisch zeigen. TikTok-Nutzer können auf Blicke hinter die Kulissen oder Mitarbeiter, die ihren Alltag zeigen, reagieren. Diese Interaktionen werden vom ausgefeilten Algorithmus positiv bewertet, woraufhin das TikTok vermehrt auch anderen Nutzern ausgespielt wird. Sie haben dadurch die Möglichkeit, viele weitere junge Menschen zu erreichen. Außerdem können Sie weitere Schlüsse für Ihre Employer-Branding-Maßnahmen ziehen.

TikTok in Aktion: So kann Bewegtbild auf der Plattform aussehen

Die Chancen, die Ihnen TikTok für Ihr B2B-Marketing liefern kann, überzeugen Sie noch nicht so ganz? Dann werfen Sie einen Blick auf das folgende TikTok. Vielleicht kann dieses Video Sie beeindrucken und dazu motivieren, selbst zum Smartphone zu greifen und erste TikTok-Gehversuche zu unternehmen. Übrigens: Das folgende TikToks entstammt natürlich unserem kreativen Wahnsinn.

 

Bei TikTok geht es nicht um High-End Produktionen. Im Gegenteil, auf TikTok sollten Sie sich so authentisch wie möglich zeigen, denn Menschlichkeit wird von uns allen gerne gesehen und meistens auch für gut befunden.

Vielleicht gibt es ja auch etwas in Ihrem Unternehmen, dass immer wieder einige Kolleg:innen oder auch Kund:innen zum Schmunzeln bringt? Unser Inbound Manager Dennis ist, wie das TikTok schon zeigt, z. B. der einzige FETTBEUTER, der nicht auf Apple, sondern auf Windows setzt – und sorgt somit immer wieder für den einen oder anderen Lacher.

Lust auf Mehr? Auf unserem DWFB TikTok Kanal finden Sie noch viele weitere Beispiele und Einblicke in unseren wahnsinnigen Agenturalltag – viel Spaß!

TikTok für B2B: Jetzt oder nie

Fakt ist: Brands und Unternehmen, die besonders junge Zielgruppen im B2C ansprechen, werden definitiv die größeren Erfolge auf TikTok erzielen können. Das bedeutet aber nicht, dass TikTok für B2B-Unternehmen uninteressant ist – schließlich werden viele der Millennials in den nächsten Jahren wichtige Positionen in Unternehmen einnehmen, die Sie vielleicht zu Ihrem Kundenstamm zählen.

Aktuell gibt es außerdem noch nicht viele B2B-Unternehmen, die auf TikTok aktiv sind – es kann sich also besonders jetzt noch lohnen, Vorreiter zu sein. Vorausgesetzt, Ihre Zielgruppe nutzt TikTok, können Sie mit ein wenig Experimentierfreudigkeit, etwas Geduld, einem soliden Budget und viel Spaß durchstarten, viral gehen, Reichweite und Markenbekanntheit sammeln!

Zusammengefasst: Auch als B2B-Unternehmen sollten Sie die Video-Sharing-App auf jeden Fall im Auge behalten, um Ihre Brand frühzeitig in den Köpfen der Generation Z zu verankern – denn wer weiß, wohin sich TikTok noch entwickelt.

 

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