5.7.2018

Personal Branding – Wie man sich auf angenehme Weise ins Gespräch bringt

Von Joachim Schwichtenberg
Public Relations

Personal Branding – Wie man sich auf angenehme Weise ins Gespräch bringt

„Personal Branding“ – dieser Begriff sorgt bei vielen Menschen hierzulande für Schulterzucken und Fragezeichen in den Augen. Okay, der ein oder andere Teilnehmer im Geschäftsleben versteht, dass damit so eine Art Vermarktung der eigenen Persönlichkeit gemeint ist. Aber wollen wir das überhaupt – uns selbst vermarkten?

Die eigene Persönlichkeit als Marke verstehen

Nun, wo sollen wir anfangen? Personal Branding bedeutet, die eigene Persönlichkeit als Marke zu verstehen. Es heißt nicht, um jeden Preis aufzufallen und auf sich aufmerksam zu machen. Nein, dieser Schuss geht meist nach hinten los. Davon rate ich ausdrücklich ab. Selbstlob stinkt. Dick auftragen ist das Metier, derer, die es nötig haben. Worum es geht, ist vielmehr, sich auf eine angenehme und intelligente Art und Weise ins Gespräch zu bringen. Mit Themen, die wirklich interessieren, Anknüpfungspunkte zu schaffen. Spannende Dinge über mich zu erzählen. So dass andere Menschen sich an mich erinnern, wenn sie ein Problem haben. Sie sollen an mich denken, wenn sie glauben, dass ich die Lösung habe.

Das klingt doch schon viel entspannter, oder? So soll es auch sein. Personal Branding soll Spaß machen. Ich soll mich wohl dabei fühlen. Es soll mir einen neuen Blickwinkel darauf geben, wie ich meine Persönlichkeit einbringen können, damit ich bei der Erreichung meiner persönlichen Ziele (noch mehr) Erfolg habe.

Meistens sprechen wir über geschäftliche Ziele. Menschen, die ich berate, sind zum Beispiel Unternehmensgründer, die sich als One-Man-Show von der Produktentwicklung bis zur Vermarktung um alles kümmern müssen. Oder aber gestandene CEOs renommierter Unternehmen, die erkennen, dass es ihr guter Name ist, mit dem viel steht und fällt. Aber auch aufstrebende Manager, die demnächst noch etwas mehr Verantwortung übernehmen. Personal Branding betrifft Menschen in beruflichen Neuorientierungsphasen, Künstler, Sportler, Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren oder politische Ämter anstreben.

Sie alle verbindet eins: Dass sie möglichst gut rüberkommen wollen bei ihrer Zielgruppe. Manch einer wird nervös, wenn er irgendwo ein paar Worte über sich selbst sagen sollen. Es fällt uns meist nicht leicht, uns selbst zu präsentieren.

Manchmal hat es was damit zu tun, dass wir uns unserer eigenen Stärken nicht bewusst sind. Bisweilen ist es antrainierte falsche Bescheidenheit. Teilweise liegt es auch an der Kultur, die uns umgibt: Hierarchische und patriarchalische Strukturen, die Individualität nur in engen Grenzen honoriert. Manche Menschen denken aber auch einfach, dass es reicht, Gutes zu tun und dass der Lohn dafür schon von selbst kommt.

Anderswo ist das anders. Ich habe eine Weile im Ausland gelebt. Wenn ich meinen Freunden in den Niederlanden, Großbritannien und den USA sage, dass ich was mit „Personal Branding“ mache, dann kommt von ihnen blitzschnell: Ein gutes LinkedIn-Profil.

LinkedIn als Facebook des Business-Lebens

Für alle, die es noch nicht kennen: LinkedIn ist ein Social Business Network. So wie XING - das aber global betrachtet eigentlich eine Insellösung für die deutschsprachigen Länder ist. LinkedIn bietet interessante Möglichkeiten: Menschen stellen hier nicht nur ihren Lebenslauf ein. LinkedIn entwickelt sich immer mehr zum Facebook des Business-Lebens. Mit tollen Features.

Man findet dort eine Plattform für das, was einen gerade bewegt. In sogenannten Pulse-Beiträgen kann man dort problemlos kleine Fachartikel einstellen. Was man bei anderen Business-Kontakten mit einem Like versieht, wird in der eigenen Aktivitäten-Übersicht gezeigt.

So erfahre ich, was denjenigen, auf dessen Profil ich gerade bin, bewegt. Wenn ich mir dann noch die Gruppen anschaue, weiß ich schon sehr viel über mein Gegenüber. Nicht alle LinkedIn-Nutzer wissen, wie wichtig der Profil-Slogan und die Zusammenfassung ihres Profils ist.

Während man auf XING mit Firma und Funktionsbezeichnung erscheint, hat man auf LinkedIn die Möglichkeit, eine sprechende Beschreibung zu wählen. Sie können sich als „Spinne im Netz“ oder „Brückenbauer“. Statt ihrer Funktion als CEO verwenden Sie einen Miniclaim wie z.B. „Data and Analytics for Partners“.

Raus aus dem Silo und rein ins Netzwerk

Es hat sich inzwischen eingebürgert, Menschen, die man im realen Leben trifft, im Nachgang auch auf diesem Wege zu kontaktieren. So hält man sich dann wechselseitig über laufende Aktivitäten auf dem Laufenden. Ein Geben und Nehmen also, das viele Gesprächsansätze bietet.

LinkedIn, das sich auch in den deutschsprachigen Ländern immer größerer Beliebtheit erfreut, ist sicher bei Weitem nicht das einzige Personal-Branding-Tool. Und nicht für jeden das richtige. Es zeigt aber eine Richtung: Wer sich ins Gespräch bringen will, muss raus aus dem Silo und rein ins Netzwerk!


Kleine Unterschiede erzeugen dabei große Wirkung. Wer die richtigen Keywords trifft und die richtigen Zielgruppen anspricht, kann damit sehr viel Resonanz erzeugen und positiv auf sich aufmerksam machen.

Und darum geht´s: Echtes Interesse wecken durch Interaktion mit anderen Menschen. Die richtigen Akzente zu setzen. Vor allem aber darum, sich treu zu bleiben und authentisch zu sein.

 

Themen: Social Media, Personal Branding