28.9.2017

Das Recruiting-Video als Teil der Mitarbeitergewinnung

Von Roland Fechter
Projektentwicklung Film

 

Recruiting-Videos als Teil der Mitarbeitergewinnung

Kennen Sie auch das unwohle Gefühl, auf der Suche nach einer Stelle zu sein? Vor dem heimischen Laptop zu sitzen, sich durch Unmengen von Anzeigen zu arbeiten? Auf Xing, LinkedIn, Monster und all den anderen Portalen nach einem neuen Platz in der Arbeitswelt für sich zu suchen, die Unternehmen für ihre Mitarbeitergewinnung einsetzen?

Man kämpft sich, Bleiwüste für Bleiwüste, durch eine unverfänglich formulierte Ansammlung von Schilderungen, Anforderungen und Möglichkeiten. Alles nach heutigem Standard geschlechtsneutral formuliert, möglichst ohne eine Zielscheibe für findige Anwälte zu bieten.

Solche Anzeigen haben zudem meist die Eigenart, unverhohlen hohe Qualifikationen zu fordern, die ein normaler Mensch („wie Du und ich“) nicht zu erfüllen vermag. Abgeschlossenes Studium, nicht älter als 27 bei 6 Jahren Berufserfahrung, eigenes KFZ, reisebereit, versiert in mindestens 3 Sprachen... Da wäre eine dezidiertere Erläuterung manchmal wünschenswert.

Man fragt sich also sehr schnell:

Was bitte ist das für ein Unternehmen voller Supermenschen und warum gibt es so viele davon? Bin ich denn der einzige hier, der die gelisteten Anforderungen nicht zu erfüllen vermag? Wie ticken diese Menschen, die für ein Unternehmen eine so herbe Stellenausschreibung veröffentlichen? Wie soll es denn möglich sein, dort einen normalen Arbeitsalltag zu erleben, ohne am ersten Tag an der verlangten Performance förmlich zu zerbrechen, wie eine fallen gelassene Blumenvase?

Wenn man nun ehrlich und abseits von Fakten ein Gefühl für das Unternehmen bekommen will, sieht man sich, angesichts solcher Anzeigen und trotz vieler Wörter und Buchstaben, einem weißen Blatt gegenüber. Am Ende stehen in den meisten Stellenausschreibungen innerhalb einer Berufsgruppe die gleichen Inhalte. Was auch sonst? Es geht um Fakten! Dabei ist es im Grunde den meisten Arbeitnehmern doch wichtig, genau das nicht-faktische am Unternehmen zu erfahren.

Arbeit, die man gerne machen möchte

Für die meisten Menschen (vorausgesetzt natürlich, sie haben die Wahl) ist entscheidend, womit sie einen großen Teil ihrer Tageszeit verbringen. Immerhin sind Stellenausschreibungen für lukrative Berufe nicht automatisch mit einem „nine-to-five“- Job verbunden, sondern beinhalten eben Mehrarbeit, Reisezeiten usw. Und die möchte man, wenn man sie macht, möglichst gerne machen.

Gerade, wenn man mit den Kollegen mehr Zeit in der Woche verbringt als mit der eigenen Familie wäre es doch mal interessant zu wissen, welche „Zweitehe“ man künftig führt.

Potentiale versiegen vorab

Doch wie auch in der Ehe fällt es den meisten Menschen schwer, ihren Partner aus dem Katalog auszusuchen. Sicher, dafür gibt es Bewerbungsgespräche. Dennoch scheuen viele potentiell exzellent geeignete Fachkräfte, angesichts oben genannter Anzeigen, die Mühe (oder haben nicht den Mut), den Kampf um das begehrte Gespräch überhaupt zu wagen. Potentiale versiegen hier mitunter schon vorab in der bereits oben genannten Bleiwüste, da sich nicht jeder abgeholt und auf Augenhöhe begegnet fühlt.

Viele Arbeitsverhältnisse kommen heute per Empfehlung durch Dritte zu Stande. Das hat seinen Grund. Manch einer fühlt sich einfach wohler, wenn jemand aus dem Unternehmen ihm direkt Feedback gibt und (auch beim Bewerber!) das berühmte, „gute Wort“ einlegt. Das Blatt hat sich schließlich vielerorts gewendet: Unternehmen müssen um Mitarbeiter werben. Die Zeiten von Heerscharen gut ausgebildeter Uni-Absolventen, die einem die Tür einrennen, sind vorbei. Heute wird genau geschaut, wer sich an wen bindet.

Nun stehen Unternehmen aber vor der Herausforderung, nicht immer für genau die eine, vakante Stelle jemanden im Betrieb zu haben, der „jemanden kennt“.

Recruiting-Videos als plastische Vision für Bewerber

Was wäre aber, wenn man ein Gefühl für den Betrieb, eine plastische Vision dessen, was potentielle Bewerber erwartet, unabhängig von beziehungstechnischen Verknüpfungen, geben könnte? Im Idealfall zugeschnitten auf spezielle Unternehmensbereiche, bei denen klar ist, dass kurz-, mittel- oder auch langfristig kompetenter Nachwuchs von Nöten sein wird?

Tatsächlich gibt es ein Instrument, dessen sich viele große Unternehmen und auch immer mehr mittlere oder auch kleine Betriebe sehr erfolgreich bedienen: Das Recruiting-Video.

Das klingt recht kompliziert, ist aber weniger wild, als es sich vermuten lässt. Im Grunde ist es sogar sehr einfach:

Man sucht sich im Betrieb Menschen, die für das eigene Unternehmen brennen und lässt sich (z.B. in Interviews) Arbeitsplatz, Alltag, Chancen, Herausforderungen und positive Aspekte schildern. So ein Interview dauert aller Regel nach zwischen 30 und 60 Minuten. Untermalt mit ein paar Szenen aus dem Arbeitsalltag, dem Betrieb und den Kollegen entsteht hier innerhalb kürzester Zeit ein sehr authentischer Eindruck vom Unternehmen. Genug Rohmaterial, um daraus einen kurzen Clip von 1-3 Minuten Länge zu generieren. Und das reicht völlig aus!

Menschliche Identität statt Anonymität

Der potentielle Bewerber hat sofort (im Idealfall gut gelaunte und sympathische) Gesichter vor Augen, sieht den Betrieb, bekommt eine Vorstellung der dort herrschenden Atmosphäre und nebenbei eine Erläuterung des eigenen, zukünftigen Aufgabenbereichs. Und das Wichtigste: All das wird durch eine (oder auch mehrere) Person(en) vermittelt. Eine Anonymität des Unternehmens und das kalte Abstrakte einer Arbeitsstelle (leider oft typisch für Stellenanzeigen in Textform) kann so gar nicht erst aufkommen. Jede Berufsgruppe, sei es Vertrieb, Entwicklung oder Management, bekommt so ganz natürlich eine gewisse Wärme mit auf den Weg gegeben. Eine menschliche Identität.

Denn egal, wie professionell man als Unternehmen ist und nach außen wirken möchte: Menschen sehen gerne andere Menschen. Wir sind eben soziale Tiere, die ca. 80% der Infos mit den Augen aufnehmen. Umso weniger unerklärlich wird es also, dass eine kleingedruckte Stellenanzeige unter vielen nur selten wirklich heraussticht. Ein Gesicht mit freundlicher Mimik und eine einladende Geste sind eben viel mehr wert als blumige Worte in nüchternem Schwarz-Weiß.

Und die Kosten?

So ein Clip ist keineswegs mit Kosten oder Aufwand beispielsweise eines Imagefilms zu vergleichen. Das Ziel ist kurz, knapp, die Inhalte klar. Alles steht ja schon in der Stellenausschreibung. Findige Unternehmen inszenieren so etwas mit einer gewissen Routine und geben kleinere Projekte wie diese dann auch ganz schlicht in die einzelnen Abteilungen. Diese können dann, oft auch unter zu Hilfenahme technischer Unterstützung einer Agentur und einzelner Ansprechpartner aus dem Marketing, recht selbstständig dafür sorgen, dass der potentielle Nachwuchs entsprechende Einblicke bekommt. Ein empfehlenswertes Vorgehen, sind die Mitarbeiter doch am ehesten darin vertraut, welche Person an welcher Stelle benötigt wird und was dort zu leisten sein wird. Hier weiß man aus Erfahrung „wie der Laden tickt“. Die Chance, jemanden einzuladen, der dann auch zum Unternehmen und den Kollegen passt, ist so wesentlich höher als bei einem online geschalteten Fünfzeiler.

Gemeinsamkeiten bei Print und Film

Bei allen Unterschieden zwischen gedruckter und gefilmter Variante der Mitarbeitergewinnung gibt es dennoch eine schlagende Gemeinsamkeit: Die Verfügbarkeit ist, in Zeiten von mobilem Web, WLAN-Hotspots & Co. rund um die Uhr exzellent. Weltweit, 24 Stunden.

Mitarbeiter-Videos als Angestellte des Unternehmens

Ein Recruiting-Video ist ein Mitarbeiter der Personalwirtschaft, der einfach nie schläft und auch kein Gehalt will, überall und immer verfügbar ist und beliebig viele Ausblicke auf den Job für beliebig viele Menschen gleichzeitig geben kann. Ganz nebenbei generiert so ein Video, einmal dort hochgeladen, auch Klicks bei YouTube, was wiederum zu einem steigenden Ranking bei Google führt. So tut dieser Mitarbeiter dem Unternehmen selbst bei der Nachwuchssuche schon was Gutes, ohne jemals ein Gespräch geführt zu haben.

So einen Mitarbeiter möchte doch eigentlich jeder, oder? Und auch, wenn dieser wohl zur einzigen Berufsgruppe gehört, die man nicht durch ein Video akquirieren kann, so steht er zumindest bei Bedarf parat und bleibt treu, solange man ihn benötigt...

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Themen: Film