2.10.2018

7 Thesen für eine mitarbeiterorientierte Führung

Von Stefan Nadenau
Leadership Branding

7 Thesen für eine mitarbeiterorientierte Führung

Führung ist eine Haltung. Das Ziel der mitarbeiterorientierten Führung ist die Schaffung einer verbindenden, begeisternden und leistungssteigernden Kooperations- und Kommunikationskultur, in der, auf der Basis positiver Emotionen, konsequent lösungsorientiert gedacht und gehandelt wird.

Mitarbeiterorientierte Führung nutzt Chancen und Potentiale auf der Basis eines positiven Menschenbilds und der Fähigkeit der Führungskraft, sich selbst kompetent zu managen. Nicht Erfolg macht glücklich – Glück macht erfolgreich. Und das spüren Unternehmen nicht zuletzt auch an der positiven Entwicklung ihrer Arbeitgebermarke.

1 Entwickle Dich weiter

Ein wesentlicher Aspekt dafür, dass Menschen in ihrer Arbeitswelt glücklich werden, ist, dass Sie Entwicklungsmöglichkeiten für sich sehen. Aus ihrer Sicht stellt sich also neben der Grundfrage „Wer bin ich?“ immer auch die Frage „Wer will ich sein?“. Neben der Persönlichkeitsbildung ist dabei auch die Bewusstseinsbildung ein wichtiges Thema: Ideal ist es, wenn Menschen so sprechen, wie sie denken und so handeln, wie sie sprechen. Das Credo ist: Tue was Du tust mit Liebe und Hingabe: Mit Selbstverantwortung und Entschiedenheit: Tue es richtig oder lasse es ganz. Wer dazu sagt: „Ich kann nicht!“, der will es in Wirklichkeit nicht. Oder um es mit den Worten von Reinhard K. Sprenger zu sagen: „Change it, leave it or love it!“

2 Erzeuge das Gefühl für Gemeinschaft

Verbundenheit ist ein Grundbedürfnis aller Menschen und entsteht bereits im Mutterleib. Wir spüren Ausgrenzung körperlich. Das Gehirn verwendet die gleichen neuronalen Netzwerke, um das Gefühl von Verbundenheit und körperlichen Schmerzen zu verarbeiten. Wenn Menschen glauben (spüren, fühlen), gemeinschaftlich an einer Aufgabe zu arbeiten, erhöht sich ihre Motivation und es senkt sich ihre subjektive und objektiv messbare Erschöpfung. Gemeinsamkeit schafft Angst- und Stressresistenz in bedrohlichen Situationen. Nicht die Umwelt ist Stress, sondern das Gefühl verbunden mit körperlichen Reaktionen. Findet man keinen Weg, die Stressreaktion zu kontrollieren, tritt eine unkontrollierte Stressreaktion ein. Es drohen dauerhafte psychische Belastungen und Erkrankungen.

3 Gib Raum für autonomes Handeln und Kontrolle

Menschen brauchen Gelegenheiten, über sich hinaus zu wachsen. Dieses Grundbedürfnis aller Menschen entsteht bereits im Mutterleib. Menschen streben danach, ihr Leben und ihre Umwelt nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Menschen verkümmern, wenn ihre Grundbedürfnisse nach Zugehörigkeit und Über-sich-hinauswachsen nicht mehr befriedigt werden. Menschen geben dem Ergebnis ihrer eigenen Arbeit eine höhere Bedeutung.

4 Wertschätze und achte Dich und andere

Es gibt niemand auf der Welt, der nicht Respekt, Achtung und Wertschätzung erleben möchte. Der Mensch funktioniert nicht als Homo Oeconomicus (konkurrenzorientierter Nutzenmaximierer). Wertschätzung lässt Menschen in Bezug auf ihr Selbstwertgefühl genauso wie in Bezug auf ihr Leistungsniveau aufblühen. Darum ist wertschätzendes Feedback ein zentrales Element mitarbeiterorientierter Führung.

5 Vermittle die Sinnhaftigkeit des Tuns

Mitarbeiterorientiert führen heißt, den Sinn der Organisation so zu kommunizieren, dass Mitarbeiter den Sinn des größeren Ganzen und die Wichtigkeit ihrer Aufgabe erkennen. Sinn und Bedeutung geben Menschen Kraft, herausfordernde Situationen mit schwierigen Umständen besser zu ertragen. Sinn ist ein Ansporn zur Leistungssteigerung. Sinn legt Potenziale frei.

6 Erzeuge eine Kultur des Vertrauens

Vertrauen ist der effektivste Weg, Beziehungen aufzubauen. Vertrauen erhöht die Geschwindigkeit einer Organisation und senkt deren Kosten. Vertrauen schafft Gelassenheit, Zufriedenheit und Glück und weckt die Kreativität. Es gibt Menschen „Bauchfreiheit“. Eine solche Kultur entsteht aus Charakter und Kompetenz. Vertrauen verlangt eine Überwindung von Zweifeln und Ängsten (Kontrollverlust, Wut, Kränkung).

7 Kommuniziere von Mensch zu Mensch

Ein positives Menschenbild sowie die Kommunikation und Kooperation auf Augenhöhe sind entscheidend. Alle Mitarbeiter leisten ihren angemessenen Beitrag. Führen mit Fragen gibt Raum für Verbundenheit und Mitwirkung. Die Führungskraft ist für die Ziele, der Mitarbeiter für den Weg verantwortlich. Die Mutter aller Fragen lautet: Was schlagen sie vor? Persönliche Kommunikation steigert Empathie und Verbindlichkeit. 

DWFB-Leistungen: Employer Branding & Recruiting

Diese Thesen stammen aus meinem demnächst erscheinenden Buch "Erfolgsfaktor Mensch".

Themen: Leadership Branding, Employer Branding