4.9.2020

Der Produktfilm – Ein zeitloses Urgestein

Von Roland Fechter
Projektentwicklung Film

Der Produktfilm – Ein zeitloses Urgestein

Bereits bevor Unternehmen damit angefangen haben, Filme über ihre Markenfacetten zur Unterstützung des Employer Brandings oder über die hauseigene Werkskantine für die kurze Insta Story zu machen, gab es den Produktfilm. Mag es heute im ersten Moment nahezu konservativ anmuten, ein Produkt „einfach so“ mit einem Film zu bewerben, ist dieses Urgestein des Werbefilms dennoch nicht aus dem Repertoire modernen Marketings wegzudenken.

Der Produktfilm hält sich einfach.

Und das hat gute Gründe, hat er doch im Zuge seiner langen Karriere „sein“ Portfolio immer wieder erweitert und verändert, um am Puls der Zeit zu bleiben. So waren es anfangs vor allem physische Produkte, deren Eigenschaften oder Features beworben werden sollten. Ganz im Sinne von: „Das ist unser Produkt X, es kann für Sie Y und Z leisten. Schneller, günstiger, einfacher...“. So oder ähnlich waren die ersten Gehversuche.

Doch die Zeit ermöglichte es dem Urgestein Produktfilm, aus dem begrenzten Korsett auszubrechen und sich für andere Themen und Aspekte zu öffnen. So wurden nach und nach auch Dienstleistungen immer mehr in den Fokus gerückt, die Vorteile von z.B. Finanzprodukten erläutert. In diesem Zuge gelingt es dem Produktfilm wie kaum einem zweiten Medium, komplexe Vorgänge im Zuge von Kompression und Reduktion so aufzubereiten, dass ein möglichst vielschichtiges Publikum angesprochen wird. Siehe hierzu auch unseren kompakten Leitfaden Zielgruppenansprache mit Bewegtbildinhalten.

Diese Fokussierung auf das Wesentliche hat, in Kombination mit dem Siegeszug des Smartphones und der damit mobilen Verfügbarkeit im Web, dazu geführt, dass nunmehr alle erdenklichen Produkte (physisch wie geistig) in kurzen Clips unterhaltsam beworben werden. Es geht um Infotainment.

Wie zeige ich’s den anderen?

Nach einiger Entwicklungsdauer fällt dabei das „Wie“ inzwischen ganz verschieden aus. Die Möglichkeiten der Präsentation reichen an dieser Stelle vom klassischen Präsentator, sprich: einem Moderator (welcher das Produkt anpreist, beschreibt oder bewertet), geht über animierte Grafiken bis hin zu komplexen 3D-Animationen.

Gerade letztere haben immer stärker dazu beigetragen, dem Produktfilm zu ungeahnten Höhenflügen zu verhelfen. Nie war es einfacher, komplizierte Vorgänge (welche mitunter unsichtbar innerhalb des Produktes stattfinden) ästhetisch ansprechend, reduziert und verständlich zu erläutern.

Man denke z.B. an einen speziellen Brühvorgang innerhalb von Kaffeemaschinen, der zu besserem Aroma führt, aber in der Realität leider stets unsichtbar bleibt. Oder nehmen Sie die große, britische Staubsaugermarke, die nicht müde wird, das Zyklonsystem als Grundvoraussetzung allen Erfolges zur Reinigung des Teppichs anzupreisen. Ohne Produktfilme wäre es nur schwer möglich, einer breiten Masse diese komplexen Vorgänge flächendeckend nahezubringen.

Der Produktfilm ist dabei letztlich auch so erfolgreich, weil gerade dies im Grunde nicht besonders schwierig ist. Denn, welches Produkt auch immer ich bewerben möchte, dazu brauche ich einfach nur:

  • einen Moderator, ein Kamerateam und eine Location
  • gut aufbereitete Grafiken und Texte und ggf. einen passenden Sprecher und/oder Musik,
oder aber:
  • CAD-Daten als Grundlage meiner Animation sowie die bereits oben genannten Sprecher, Musik und Texte

Dabei sind die Abgrenzungen nicht so streng, wie es hier anmutet. So vielschichtig die abgebildeten Produkte sind, so facettenreich ist auch die Darstellungsform. Oft sind es auch Mischformen der verschiedenen Spielarten, die hier die gewünschte Aussage liefern. Sei es der Moderator, dessen Vortrag durch Grafiken gestützt wird, eine 3D-Animation, welche 2D-Illustrationen ergänzt, usw.

Sie verstehen, worauf das hinausläuft...

Wo soll die Zielgruppe sich das ansehen?

Blicken wir nun aber erneut kurz zurück auf die Anfänge des Produktfilms, waren seinerzeit die Verwendungsmöglichkeiten ebenso eingeschränkt wie die Wiedergabemöglichkeiten.

Es war einfach nicht üblich, viele kleine Filme für verschiedene, spezielle Produkte zu produzieren. Zu teuer war die Produktion, zu klein die potentiell zu erreichende Zielgruppe bzw. die Buyer Personas, zu lang die Planungs- und Vorlaufzeiten, zu gering die mögliche Anzahl der Verwendungen. Der Synergieeffekt war überschaubar.

Und heute? Heute sieht das anders aus! Im Zuge der Digitalisierung von Film- und Animationsprozessen steht der somit schnellen und preisgünstigen Umsetzung spitz positionierter Filmmedien nichts mehr im Wege. Der Produktfilm macht genau hiervon nahezu exzessiv Gebrauch! So finden wir ihn nunmehr als festen Gast

  • im TV
  • im Rahmen von Ads auf Homepages (z.B. Nachrichtenseiten, Händlerportalen usw.)
  • auf quadratmetergroßen Flatscreens bei Messen / am POS
  • im Zuge von Präsentationen
  • auf dem Bildschirm im Empfangsbereich des jeweiligen Unternehmens
  • mit dem Smartphone im Web abrufbar per QR Code (z.B. auf der Produktverpackung)
  • direkt per Brand Activation am POI neben dem dazugehörigen Produkt
  • ganz „klassisch“ auf der hauseigenen homepage des jeweiligen Unternehmens
  • oder letztlich, auch im Zuge von Corona noch stärker vermehrt, im Rahmen von Präsentationen bei Videochats.

Dabei muss es nicht jeweils ein einzelner Film/Clip sein, der hierfür extra produziert wird. Es ist völlig üblich, einmal generiertes Material einer vielfachen Weiterverwendung zuzuführen. So werden aus langen Produktfilmen für Messen beispielsweise kurze Snippets für die Insta Story generiert, kompakte Versionen für Youtube erstellt oder ganz einfach Sequenzen daraus werblich angereichert und im TV zielgruppengenau geschaltet. Aus Einem mach Viele, könnte man sagen.

Fazit

Der Produktfilm hat als zeitloses Urgestein alles andere als ausgedient. Im Gegenteil. Mit steigender Digitalisierung und steter Erweiterung der Bandbreiten wächst das Interesse der Menschen daran, sich möglichst einfach und rund um die Uhr plastisch, schnell und nachvollziehbar über Produkte zu informieren. Auch der wachsende Konkurrenzdruck trägt sicher dazu bei, dass vermehrt auf den Klassiker im modernen Gewand gesetzt und der Produktfilm mit hoher Wahrscheinlichkeit seinen Siegeszug im Marketing noch lange fortsetzen wird.

Sind Ihnen beim Lesen jetzt Ideen gekommen, wie Sie im eigenen Unternehmen bei der nächsten Gesprächsrunde das Thema Produktfilm platzieren möchten? Ihnen ist aber nicht so recht klar, wie man seine Zielgruppe innerhalb des Produktfilms nun effizient anspricht? Dann möchten wir Ihnen unseren Leitfaden zum Thema Zielgruppenansprache mit Bewegtbildinhalten ans Herz legen.

Einfach auf den Link klicken und mehr über das Thema erfahren.

Aber egal, für welche Zielgruppe, welches Produkt oder Wiedergabemedium: Wir wünschen Ihnen in jedem Fall viel Erfolg und Freude bei der Arbeit mit dem Urgestein!

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Themen: Film, Kommunikation