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Mein Einstieg ins Agenturleben als Kauffrau für Marketing-Kommunikation

Agentur ist eine Welt für sich. Eine geschätzte Kollegin verglich das Agenturleben einmal mit dem „Raumschiff Enterprise“, denn wer auf seinem Berufsweg noch nicht in einer Agentur gearbeitet hat, wird schnell merken: Hier dreht sich die Welt ein wenig anders. Wie ich mich als Auszubildende Kauffrau für Marketingkommunikation in die Welt der Agenturen verirren konnte? Nun ja, wie viele andere Abiturienten stand ich da... ahnungslos,wie viele verschiedene Arbeitsalltage es gibt, wie diese aussehen und in welchem ich mich selbst bald wiederfinden würde. Als ich meinen ersten Praktikumsplatz in einer Agentur bekommen hatte, kam mit der großen Freude auch die große Aufregung.

Die ersten Schritte

Als Kind, dessen Eltern in der Industriebranche arbeiten, kannte ich ihren Arbeitsalltag sehr gut. Es gibt geregelte Arbeitszeiten, die kaum flexibel sind. Außerdem existieren gewisse Hierarchien - man hat einen Vorgesetzten, der wiederum einen Vorgesetzten, dessen Vorgesetzter wieder… und so weiter. Den Chef selbst nimmt man während des Geschehens im Alltag gar nicht wirklich wahr. Mit diesem Wissen stolperte ich also an meinem ersten Praktikumstag in eine Agentur.

Nach einigen Wochen war klar: I´m in love! Ich war positiv überrascht und all die Sorgen um eine steife Arbeitsatmosphäre, Hierarchien und strenge Arbeitszeiten hatten sich schnell in Luft aufgelöst. Man baute unter den Kollegen ein schon fast familiäres Verhältnis auf und achtete aufeinander. Was den Dresscode angeht (als Frau macht man sich da schließlich viele Gedanken ;-)), musste ich mir zum Glück nicht zehn neue Blazer und zehn neue Blusen anschaffen, denn jeder kam in dem, was er im Schrank hatte - niemand musste sich verkleiden.

Der eigene Chef war auch kein Fragezeichen, denn er saß mit uns am Schreibtisch und brachte mir sogar die ersten Basics über Kundentelefonate, Photoshop bis hin zur Angebotserstellung bei. Zugegeben, anfangs musste ich mich sehr daran gewöhnenden eigenen Chef nicht automatisch zu siezen und gemeinsam mit ihm und anderen Kollegen quasi auf Augenhöhe an einem Schreibtisch zu sitzen. Doch nach einer Zeit gefielen mir die Arbeitsweise und der Umgang miteinander sehr.

Das Praktikum half mir also zu verstehen, dass man den Agenturalltag (zum Glück) nicht mit den Jobs aus der Industriebranche vergleichen kann. Vor allem die Arbeitszeiten sind meist ganz anders - vielleicht auch etwas nicht für jeden. Auf die Frage „Wann machst du heute Feierabend?“  kann man meist nicht mit einer klaren Uhrzeit antworten. Und wenn doch, dann kann es noch immer sein, dass man früher oder auch später in den Feierabend geht. Man sollte flexibel sein und immer damit rechnen, dass etwas Unerwartetes passiert - gerade das machte es für mich auch so spannend. 

Zurück ins Sauerland

Nach der Zeit als Praktikantin war ich mir sicher, dass ich auch zukünftig in einer Agentur arbeiten wollte. Für mein erstes Praktikum bin ich damals nach Köln gegangen, doch als Attendornerin hat es mich wieder zurück in die Heimat gezogen. Und da war sie: die Fette Beute. Nach einem Bewerbungsschreiben und anschließendem Gespräch bin ich erneut in die Agenturwelt eingetaucht - doch dieses Mal nicht so hilflos wie an meinem ersten Praktikumstag. Ich wusste zwar noch nicht wie die Menschen sein würden, doch ich hatte schon eine Vorstellung vom Agenturalltag…

Hier bin ich also - seit einem Jahr als glückliche Auszubildende bei DES WAHNSINNS FETTE BEUTE in Attendorn! Mein Ausbildungsgang trägt den langen Namen „Kauffrau für Marketingkommunikation“. Wie viele jetzt sagen würden: „Sie macht irgendwas mit Marketing“.

Und wie läuft das hier?

Aktuell unterstütze ich das Projektmanagement in der Agentur. Ich merke schnell: Ein Projektmanager zu seinbedeutet viele Dinge gleichzeitig im Kopf zu haben und doch gut organisiert zu bleiben. Alles im Blick zu halten und „der Kopf der Agentur“ zu sein - Was das konkret heißt? Im Projektmanagement laufen alle Fäden der Agentur zusammen. Damit diese nicht durcheinandergeraten, gibt es die Multitaskler alias Projektmanager. Sie sind die Schnittstelle zwischen dem Kunden und allen Bereichen der Agentur - von der Konzeption über die Grafik bis hin zur Digitalabteilung... und noch viel mehr! Mit allen muss kommuniziert, müssen Informationen ausgetauscht und die nächsten Schritte in einem Projekt abgestimmt werden. Oftmals laufen mehrere Projekte zeitgleich, weshalb man das Talent mitbringen sollte, sich selbst gut organisieren zu können, Spaß an der Kommunikation zu haben und sich in viele Situationen hinein versetzen zu können.

Was mir sonst noch in der Welt der Agenturen gefällt? Man kann sich frei bewegen! Es gibt kaum geschlossene Einzelbüros. Man arbeitet gemeinsam mit seinen Kollegen / Kolleginnen und kann jederzeit offen miteinander sprechen. Dadurch ist die Arbeitsatmosphäre sehr viel entspannter, der Umgang miteinander viel persönlicher. Oftmals verbringt man in der Woche mehr Zeit bei der Arbeit als zu Hause mit seiner Familie. Aus diesem Grund ist es für mich besonders wichtig, einen guten Zusammenhalt mit meinen Kollegen / Kolleginnen zu haben. Schließlich kommt doch jeder viel lieber zur Arbeit, wenn er sich mit seinen Mitmenschen gut versteht und ihnen vertraut. Die offene Gestaltung der Agenturräume macht es einfach leichter, Kollegen direkt anzusprechen, wenn man Fragen hat, d.h. man muss hier nicht durch ewig lange Flure das richtige Einzelbüro suchen, anklopfen und sich noch schnell an den richtigen Nachnamen erinnern, um höflich siezen zu müssen. Das geht hier einfacher, schneller und macht auch viel mehr Spaß!

Meine Meinung

Natürlich kann ich hier nur von meiner Perspektive und meiner ganz eigenen Erfahrung sprechen und gewiss habe ich hier noch lange nicht alle Punkte aufgezählt, die den Agenturalltag so besonders machen. Doch ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag ein bisschen Agentur-Spirit vermitteln konnte! Es gibt so viele unterschiedliche Arbeitsalltage und -abläufe, von denen sicherlich jeder Vor- und Nachteile birgt.  Wer sich am Ende für welchen Weg entscheidet, hängt natürlich auch vom „Typ“ ab. Mit Sicherheit ist der Arbeitsalltag,von dem ich erzähle, nicht für jeden gemacht, doch ich weiß: Ich fühl’ mich wohl hier!

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