1.3.2018

Fake-Influencer und wie Unternehmen sie erkennen

Von Theresa Finke
Studentin der Medienwissenschaften

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Social Media, Influencer, Fake-Influencer, Follower, Likes, Sponsorings und und und... Immer öfter nehmen diese Begriffe ihren Platz in unserem täglichen Leben ein. Gerade seitdem eine Vielzahl von Unternehmen diese Welt des Advertisings für sich entdeckt haben, nimmt diese Thematik eine rasante Fahrt auf. Immer mehr Branchen und Unternehmen möchten ihre Produkte auf den verschiedenen Plattformen zeigen und bewerben. Da ist es egal, ob es sich um fancy Gewürze, hippe Schuhe, Wundercremes, Pimp-your-Body- Pülverchen oder auch die krassesten Autoreifen handelt. Es gibt für nahezu jedes Produkt eine Nische, in der sich potentielle Kunden tummeln.

Nähe zum Kunden

Vorteil der ganzen Geschichte: Man erreicht seine möglichen Kunden sehr nah, und kann sie jeden Tag begleiten. So gelangt man in den Kopf der Menschen und baut eine gewisse Beziehung zu ihnen auf. Eine Instagram-Story hier, eine Facebook Verlosung dort, und ach ja: Der Link zum neuen YouTube-Kampagnen- Video muss auch noch gepostet werden! Alles läuft recht unterschwellig, doch jeder User wird täglich mit Werbung überflutet, obwohl es ihm nicht immer zu 100% bewusst ist.

Was sind überhaupt Influencer

Und genau hier setzen die sogenannten „Influencer“ an. Influencer weisen eine Reichweite von Abonnenten auf, die sie mit ihren täglichen Posts erreichen. Sie agieren als Vorbilder, liefern täglichen Content und stehen in einem sehr engen Verhältnis zu ihren Followern. Wenn sie ein Produkt benutzen, zeigen oder empfehlen, erregt das die Aufmerksamkeit und das Interesse von etlichen Menschen, die sich genau für diese spezielle Nische interessieren. Das ist der Grund, weshalb sich immer mehr Unternehmen auf die Suche nach passenden Influencern machen, die ihr Produkt gezielt bewerben.

Auf Seiten der Influencer bietet diese Art des Marketings natürlich unglaublich viele Möglichkeiten, die sie sonst nie bekommen würde. Produkte, Geld und Erlebnisse – das sind die Dinge, auf die sie es abgesehen haben. Das wiederum führt natürlich dazu, dass jeder ein Stück vom „Kuchen“ abbekommen möchte. Ist ja einfach - denken viele. Dass es allerdings eine Zeit lang dauert und vor allem viel Zeit kostet, einen guten Account organisch aufzubauen, wird vielen erst nach ihrer anfänglichen Euphorie bewusst.

Der „Fake“ beginnt

Aber was tun, wenn man nun mal eine Vielzahl von Followern vorweisen muss, um die neusten Schuhe oder das neuste und tollste Kosmetikprodukt für lau zu bekommen?

Man muss nicht vom Fach sein, um etliche Apps ausfindig zu machen, die einem gegen Geld das Follower-Budget aufbessern. Blöd nur, dass diese gekauften Lügen-Abos im Grunde genommen leeres Kapital sind und aus etlichen leeren Accounts aus Asien und Ost-Europa bestehen.

Die Abo-Zahl strahlt zwar, aber es herrscht nun mal kein Austausch auf den Kanälen der sogenannten Fake-Influencer. Für diese Fälle können die Unternehmen allerdings auf eine kleine Hilfe zurückgreifen. Es existieren zahlreiche Apps, die es einem ermöglichen, auf Profil-Statistiken zuzugreifen. Grundlegende Dinge wie die Follower-Zahl, Geschlechtsverteilung, Alter, Sprache, Reichweite, Impressionen usw. kann man damit kontrollieren. Wenn die Statistik dann plötzlich einen Ausschlag von 2000 auf 30.000 Abonnenten von einen auf den anderen Tag zeigt, dürfte die Sachen klar sein.

Check it!

Es herrschen weder Austausch noch sonstige Bewegungen auf einem Fake-Account. Kommentare und die Likezahl unter Bildern tendieren gen Null. Nimmt man sich jetzt mal ein wenig Zeit, um einige Accounts wirklich ausführlicher zu „untersuchen“, kann man aber auch recht gut ohne eine „Fake-Überprüfungs- App“ die Authentizität eines Profils überprüfen. Als eine „Faustformel“ gilt: Die Bilder bekommen immer ca. 1/10 der Likes der Follower-Zahl. Beispiel: Hat mein Account 15.000 Abonnenten, müssten meine Bilder meistens ungefähr um die 1.500 Likes bekommen. Wenn es hingegen immer nur um die 600 sind, kann etwas nicht stimmen.

Back to reality

Zum Glück erkennen mittlerweile immer mehr Unternehmen, dass sich unter der Vielzahl der Influencer auch oftmals Abtrünnige befinden. Dennoch spielt dieses elendige Thema nach wie vor eine wichtige Rolle. Denn genau durch diese falschen Accounts wird die Glaubwürdigkeit der gesamten Social-Media-Kanäle in Frage gestellt. Menschen verlieren das Vertrauen und der eigentliche Sinn dieser Plattformen, nämlich sich auszutauschen, sich gegenseitig zu inspirieren und andere Menschen kennenzulernen, geht unter.

Fazit

Machen Sie nicht den Fehler, sich von Fake-Influencern blenden zu lassen. Investieren Sie lieber etwas mehr Zeit in vorherige Recherchen und vergleichen Sie verschiedene Accounts miteinander. Auch Ihr Bauchgefühl gibt Ihnen meistens den richtigen Eindruck, ob sie ein Profil für authentisch halten oder eben nicht. Dann lohnt sich dieses neue Marketing Konzept für Sie und Ihr Produkt und kann neue Horizonte eröffnen.

Themen: Social Media